Übergabe chemischer Synthesen vom Labor bis in den Betrieb
Bei der Entwicklung eines neuen Produktes wird zunächst im
Labor ein chemischer Syntheseweg ermittelt. Im Vordergrund stehen hierbei stoffliche Aspekte wie die
Optimierung der Reaktionsparameter hinsichtlich Qualität und Ausbeute. Fragestellungen der Anlagen
sicherheit stehen in diesem Stadium nicht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Die Entwicklung des technischen Verfahrens erfolgt meist in einem Technikum. Hier können Ansatzmengen schrittweise vergrößert, das Verfahren optimiert und gegebenenfalls die Übertragung in die Produktion vorbereitet werden.
Bei der Durchführung chemischer Reaktionen im Technikumsmaßstab entstehen oft Gefährdungen, die im Labor nicht auftreten. Reaktionen können, wenn sie im größeren Maßstab durchgeführt werden, außer Kontrolle geraten, auch wenn sie im Labor gut beherrscht werden. Ähnlich verhält es sich, wenn ein neues Syntheseverfahren aus dem Technikum in den Produktionsbetrieb überführt wird, sofern hierbei eine erhebliche Maßstabsvergrößerung erfolgt.
Für die sichere Durchführung einer Synthese im größeren Maßstab ist daher stets eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich, die eine sicherheitstechnische Beurteilung des Verfahrens einschließen sollte. Aspekte hierzu sind im Merkblatt R 005 der BG Chemie dargestellt. Ein entsprechendes Formblatt zur Dokumentation sicherheitstechnisch relevanter Daten, die als Beurteilungsgrundlage für eine sichere Reaktionsführung im Technikum bzw. im Produktionsbetrieb erforderlich sein können, finden Sie hier.
Seiten-ID: 102.3.1
Letzte Änderung am: 30.07.2009