Dr. Erwin Radek, Hauptgeschäftsführer der BG Chemie, eröffnete den Heidelberger Dialog 2002 "Biotechnologie und Gentechnik – Zukunftstechnologie mit Sicherheit" mit den Worten: "Mit dem Heidelberger Dialog wollen wir eine Plattform anbieten, die Fachleute aus den Betrieben, der Wissenschaft, den Behörden und den Berufsgenossenschaften zusammenführt. Wir wollen damit einen Dialog in Gang setzen, der es ermöglicht, die Hilfestellungen für die Betriebe weiter zu verbessern und zu komplettieren und der Öffentlichkeit die Sichtweise der Fachleute näher zu bringen." Am 12. Dezember waren hierzu etwa 70 Teilnehmer aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Behörden in das BG-Chemie-Haus gekommen. Im Namen der Stadt Heidelberg und des Technologieparks Heidelberg begrüßte Dr. Klaus Plate, Geschäftsführer des Technologieparks, diesen Heidelberger Dialog der BG Chemie als wichtigen Bestandteil der Aktivitäten der Bio-Region Rhein-Neckar.
Bio- und gentechnische Arbeiten werden in Laboratorien und Produktionsanlagen ausgeführt, die vielen Anforderungen genügen müssen. Kenntnisse über Wirkungsweise und Verhalten der eingesetzten biologischen Arbeitsstoffe sowie über rechtliche Bestimmungen und sicherheitstechnische Anforderungen an Laboratorien oder bio- und gentechnische Anlagen gemäß dem Stand von Wissenschaft und Technik sind unerlässlich, um die Vorhaben mit
kalkulierbaren Kosten, angemessenen Aufwand und hoher Qualität realisieren zu können.
Mit kompetenten Vorträgen von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und BG Chemie bot die BG Chemie im Rahmen dieses Dialogs Mitgliedsbetrieben, künftigen Unternehmensgründern, Forschern, Projektleitern und Beauftragten für die biologische Sicherheit die Möglichkeit, rechtliche Bestimmungen und sicherheitstechnische Anforderungen an bio- und gentechnische Laboratorien oder Produktionsanlagen zu diskutieren. Unter der Moderation von Barbara Weber vom Deutschlandradio wurden rechtliche und sicherheitstechnische Fragestellungen sowie Lösungsvorschläge mit reger Beteiligung der Teilnehmer erörtert. Existenzgründern standen Experten der BG Chemie und der Wirtschaft mit Rat, Auskunft und Infomaterial zur Verfügung.
Herr Prof. Klaus Peter Schaal, Vorsitzender der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit, gab in einem Vortrag einen Überblick über den Stand der Wissenschaft bei der Beurteilung des Gefährdungspotenzials von Mikroorganismen und die daraus resultierenden erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Diese fließen in die entsprechenden Publikationen der BG Chemie regelmäßig ein. So ist die soeben erschienene Liste der Sicherheitseinstufungen der Bakterien und Archaebakterien mit 4800 bewerteten Arten die weltweit umfangreichste Publikation ihrer Art.
Anhand weiterer Vorträge aus Wissenschaft und Industrie wurde intensiv darüber nachgedacht, wie Vorschriften und Regeln sachgerecht so angewandt werden können, dass – insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – ein hohes Sicherheitsniveau erzielt wird, ohne dabei personelle und finanzielle Ressourcen zu vergeuden. Die Teilnehmer des Dialogs konnten mit der Überzeugung heimkehren, dass die BG Chemie hierfür ein mit Rat und Tat den Betrieben zur Seite stehender Partner ist und bleibt.





