Heidelberg/Bremen, Juli 2002 – Eine erneute Beitragssenkung für die Unternehmen der chemischen Industrie und die Förderung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in Klein- und Mittelbetrieben – das waren die zentralen Themen, mit denen sich die Mitglieder der Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) am 03. Juli 2002 in Bremen befassten.
"Mit der inzwischen fünften Beitragssenkung in Folge haben wir das Niveau der frühen 90er Jahre erreicht". Dieses Ergebnis kostensenkender Anstrengungen stellte Hauptgeschäftsführer Dr. Erwin Radek vor und wies darauf hin, dass die BG Chemie damit erneut ein Zeichen zur Begrenzung der Lohnnebenkosten und zur finanziellen Entlastung der Chemiebetriebe gesetzt hat. Trotz der gesetzlich festgelegten Rentenerhöhungen, steigender Heilbehandlungskosten und allgemeiner Preissteigerungen sei es gelungen, die geplanten Haushaltsansätze für 2001 zum Teil deutlich zu unterschreiten. Für die Ausgaben der BG Chemie müssen die Unternehmen nun nur noch 6,50 Euro je 1000 Euro Lohnsumme (in Gefahrklasse 1) aufbringen. 1996 war der Beitragsfuss mit DM 6,98 (je 1000 DM Lohnsumme) am höchsten.
Auf die Förderung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in Klein- und Mittelbetrieben ging Volker Obenauer, Vorsitzender des Vorstandes der BG Chemie, ein. Er erläuterte die Initiative "Neue Qualität der Arbeit" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und motivierte, sich mit eigenen Aktivitäten aktiv daran zu beteiligen.
Die Initiative will eine breite gesellschaftliche Debatte zur Zukunft der Arbeit anstossen, um das öffentliche Bewusstsein für die Gestaltungserfordernisse der Arbeitswelt von morgen zu schärfen. Gemeinsame Konzepte, Verfahren und Instrumente zur Verbesserung der Arbeit sollen entwickelt werden, die vor allem kleine und mittlere Betriebe unter dem Leitgedanken "Arbeitsschutz und Wettbewerbsfähigkeit" umsetzen können. Als Beitrag der BG Chemie und ihrer Sozialpartner (Bundesarbeitgeberverband Chemie und IG Bergbau Chemie Energie) sind Informationsveranstaltungen geplant, die unter anderem das Unternehmermodell der BG Chemie als kostengünstige und wirtschaftliche Alternative der sicherheitstechnischen Betreuung für kleinere Betriebe vorstellen. Mit der Initiative "Neue Qualität der Arbeit" leistet Deutschland seinen Beitrag im Rahmen der vom Europäischen Rat verabschiedeten Europäischen Sozialpolitischen Agenda.
Dass die Unternehmer von Klein- und Mittelbetrieben offen sind für verstärkten Arbeitsschutz und davon profitieren, bestätigte Dr. Jürgen Kutscher, Leiter des Bereichs Prävention, anhand von Evaluations- und Umfrageergebnissen in Betrieben, deren Unternehmer sich dem Unternehmermodell der sicherheitstechnischen Betreuung angeschlossen haben. So zeigen diese Unternehmer noch Jahre nach dem Besuch von Arbeitsschutzseminaren der BG Chemie ein deutliches Verantwortungsbewusstsein für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und ziehen Mitarbeiter intensiv in die Prävention mit ein.
Die Arbeitsschutzsituation hat sich in diesen Betrieben durch die Teilnahme am Unternehmermodell deutlich verbessert. Anregungen aus den Seminaren wurden im betrieblichen Alltag konsequent umgesetzt. In den Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten lag in 2000 die Unfallquote rund 30 Prozent niedriger als in den übrigen Betrieben dieser Grösse. Auch die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen des Arbeitsschutzes haben die Unternehmer durchweg positiv beantwortet.





