Beschlüsse des Fachausschusses „Rohstoffe und chem... / BG Chemie: Beitrag erneut gesenkt
Pluspunkte durch Kundenorientierung - Technische Jahreskonferenz der BG Chemie in Boppard
"Für einen modernen Dienstleister wie die BG Chemie steht die Orientierung an den Bedürfnissen unserer Mitgliedsunternehmen und unserer Versicherten im Vordergrund. Damit erhöhen wir den Nutzen für unsere Mitglieder und senken weiterhin die Beiträge." Mit diesen Worten eröffnete Dr. Erwin Radek, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie), die diesjährige Technische Jahreskonferenz mit Arbeitsschutzexperten aus Industrie, Wissenschaft, Behörden und Fachgremien in Boppard. Dieses Forum trifft sich einmal im Jahr, um aktuelle Fragen rund um Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zusammen mit Vertretern der BG Chemie zu erörtern. Radek verwies auf die Erfolge in der Prävention mit einem absoluten Tiefstand bei Arbeitsunfällen in der chemischen Industrie. Als Beispiel führte er die sehr gut angenommenen Unternehmermodell-Seminare der BG Chemie an, die Klein- und Mittelbetrieben einen wirtschaftlichen und praxisgerechten Weg zu einem hohen Sicherheitsstandard eröffnen.
Mit der Verantwortung des Staates für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz seiner Bürger befasste sich Dr. Rainer Thiehoff, Leiter des Initiativbüros 'Neue Qualität der Arbeit' der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Er stellte die Strategien der Bundesregierung vor, die auf einer engen Kooperation zwischen den politischen Institutionen, der Wirtschaft und den Sozialversicherungen basieren. Sie sehen eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema "Wie wollen wir morgen arbeiten?" und darauf aufbauend branchenübergreifende Vereinbarungen und Aktivitäten vor. "Unser Lebensstandard, und hierzu gehört auch die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, hängt ganz entscheidend davon ab, wie es uns gelingt, Wertschöpfung durch sichere, gesunde und menschengerechte Arbeitsplätze zu ermöglichen", sagte er.
Ausführlich behandelt haben die Teilnehmer der Technischen Jahreskonferenz die Frage der arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Dr. Rainer Dosch vom Ärztlichen Dienst der Bayer AG zeigte auf, dass sich durch den Wandel der Arbeitswelt auch die Belastungen am Arbeitplatz verschoben haben. Die arbeitsmedizinische Prävention durch routinemässige Untersuchungen nur der Beschäftigten, die in bestimmten gesundheitsgefährdenden Bereichen arbeiten, muss deshalb ergänzt werden. Die Notwendigkeit von Vorsorgeuntersuchungen muss sich aus Gefährdungsanalysen ergeben, die den gesamten Betriebsbereich abdecken.
Besonderes Interesse fanden auch die Themen aus der betrieblichen Praxis, insbesondere ungewöhnliche Unfälle und Störfälle und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Die Ursachenforschung und der anschliessende Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet trägt entscheidend dazu bei, die Sicherheitsvorkehrungen in den Betrieben zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.
Die Technischen Jahreskonferenzen sind fester Bestandteil der engen Zusammenarbeit zwischen der Chemieindustrie und den am Arbeitsschutz beteiligten Organisationen auf den Gebiet der Prävention. Gerade die gemeinsame Erörterung von anstehenden Fragen garantiert Praxisnähe, Umsetzbarkeit und schliesslich den gemeinsamen Erfolg.
Heidelberg / Boppard, Mai 2002
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