Beschlüsse des Fachausschusses „Rohstoffe und chem... / BG Chemie: Beitrag erneut gesenkt
BG Chemie: - Unfallquote so niedrig wie noch nie -
Mit dem Rückgang um 432 auf 19 230 anzuzeigende Arbeitsunfälle in der chemischen Industrie ist 2001 erneut ein Rekordtiefstand erreicht. Die Unfallquote je 1 000 Beschäftigte ist mit 20,45 Arbeitsunfällen so niedrig wie noch nie. Das gab die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) in Heidelberg bekannt. Die chemische Industrie ist damit der Industriezweig mit den niedrigsten Unfallzahlen. Der Rückgang der Unfallquote gegenüber dem Vorjahr beträgt 3,2 Prozent.
Die BG Chemie führt das gute Abschneiden auf die Wirksamkeit und die hohe Qualität der Präventionsmassnahmen in dieser Branche zurück. Diese führten dazu, dass sich die Zahl der schweren Unfälle noch beeindruckender reduzierte, nämlich um 7,9 Prozent auf 455 Fälle.
Unfallursachen
Die chemietypischen Arbeitsunfälle wie Vergiftungen und Verätzungen spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Die sogenannten Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle stellen den grössten Unfallschwerpunkt dar. Die Unfallfolgen sind zum Teil erheblich. Immerhin rund 24 Prozent der Neurenten (108 Fälle) beziehen sich auf diesen Unfalltyp.
Berufskrankheiten
In erheblichem Maß ist auch die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit zurückgegangen, und zwar um 4,3 Prozent auf 3.023 Fälle. Bereits im siebten Jahr in Folge ist diese rückläufige Tendenz festzustellen. Das aktuelle Berufskrankheitengeschehen ist aber kein Spiegelbild der heutigen Betriebsverhältnisse. Wegen der langen Latenzzeiten vieler Berufskrankheiten reichen die Ursachen bis in die 50er und 60er Jahre zurück, als Sicherheit und Gesundheitsschutz noch nicht das heutige hohe Niveau hatten.
Besonders bemerkenswert ist der Rückgang um 70 Fälle auf 768 Fälle bei den Anzeigen auf Verdacht asbestbedingter Erkrankungen. Sie gehören zusammen mit der Lärmschwerhörigkeit (mit 423 Verdachtsanzeigen) und den schweren oder wiederholt rückfälligen Hauterkrankungen (mit 760 Verdachtsanzeigen) zu den häufigsten Erkrankungen. Lärmschwerhörigkeit und Hauterkrankungen bilden auch in anderen Industriebranchen einen Schwerpunkt. Zur Reduzierung dieser Berufskrankheiten setzt die BG Chemie auf die individuelle Beratung der Betriebe und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über geeignete Schutzmassnahmen.
Heidelberg, April 2002
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