Beschlüsse des Fachausschusses „Rohstoffe und chem... / BG Chemie: Beitrag erneut gesenkt
Vertreterversammlung der BG Chemie: Zukunftsprobleme entschlossen angehen
Die Vertreterversammlung der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie), die am 20. Mai 1999 in Hannover tagte, war die letzte in der laufenden Amtsperiode. In den Berichten des Vorsitzenden des Vorstandes, Dr. Werner Opgenoorth, und des Hauptgeschäftsführers, Dr. Erwin Radek, standen aktuelle und zukunftsgerichtete sozialpolitische Fragen im Vordergrund.
Radek machte an wesentlichen Entwicklungen deutlich, dass die BG Chemie auf dem Weg der Qualitätssteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung ein gutes Stück vorangekommen und für die Zukunft gut gewappnet ist.
Kostensenkung
Für ihr Ziel eines modernen Dienstleisters, der mehr leistet und weniger kostet, hat die BG Chemie bereits alle erforderlichen Massnahmen in die Praxis umgesetzt: ein Leitbild mit konkreten Unternehmenszielen einschliesslich Strategiekonzepten, die Einführung einer Controllingfunktion als Führungsinstrument, Budgetierung der Personal- und Sachkosten, Anpassung der Mitarbeiterzahl und der Arbeitszeitregelung an den tatsächlichen Arbeitsanfall. Mit Erfolg: Denn für das vergangene Jahr hat sie einen Rückgang der Verwaltungskosten um 2,06 Mio. DM erreicht. Das sind fast drei Prozent.
Qualität in der Rehabilitation
"In der Rehabilitation alle geeigneten Mittel einzusetzen, schliesst Wirtschaftlichkeit nicht aus," sagte Radek. Optimale Heilbehandlung hat im Gegenteil kostensenkende Wirkung. Sie vermeidet Folgekosten, indem sie die möglichst rasche und dauerhafte Wiedereingliederung des Verletzten ins Erwerbsleben zum Ziel hat.
Kürzere Behandlungsdauer bei besseren Heilergebnissen erreicht die BG Chemie, indem sie das Heilverfahren EDV-gestützt systematisch steuert. Sie greift ein, wenn eine Heilbehandlung nicht entsprechend den gesicherten medizinischen Erfahrungen abläuft oder Komplikationen auftreten. "Erhebungen zeigen", so Radek, "dass wir die Arbeitsunfähigkeit bei Fällen mit schweren Brüchen der Extremitäten um sieben Tage, bei mittelschweren Brüchen um elf Tage verkürzen konnten." Die Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken sind dabei wichtige Partner. Sie setzen die hohen Qualitätsanforderungen an die Heilbehandlung optimal um. Verstärkter Einsatz der EDV und gleichzeitig verstärkte "Kundenorientierung" haben darüber hinaus zur Entbürokratisierung in der Sachbearbeitung von Versicherungsfällen beigetragen und ermöglichen eine weitgehend aktenlose, schnellere, weniger aufwendige und damit kostenmindernde Bearbeitung der Fälle.
Qualität in der Prävention
Versicherungsfälle, also Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, durch Prävention von vornherein zu vermeiden und weitere Gefährdungen in der Arbeitswelt - wie die arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren - in die Prävention einzubeziehen, nannte Radek den wirksamsten kostensenkenden Ansatz. Schwerpunkt der Präventionsarbeit ist nicht mehr die nach wie vor unverzichtbare Überwachung des Arbeitsschutzes, sondern eine vertiefte Beratung und gezielte Unterstützung des Unternehmers. Kompetente Experten auf verschiedenen Spezialgebieten des Arbeitsschutzes und Technische Aufsichtsbeamte mit einem breiten Grundverständnis für alle Fragen der Prävention stehen dafür zur Verfügung.
Ziel aller Aktivitäten der BG Chemie ist, die Qualität von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit weiter zu verbessern und gleichzeitig die Betriebe von Kosten für unfall- und krankheitsbedingte Fehlzeiten zu entlasten.
"In der ersten Reihe"
In der einmaligen Verknüpfung von Prävention, Rehabilitation und Entschädigung "in einer Hand" liegt der wesentliche Schlüssel des Erfolgs der Berufsgenossenschaften, sagte Radek. Hinzu kommt eine effiziente Struktur: Selbstverwaltung und Branchengliederung garantieren Praxisnähe im Konsens mit den Sozialpartnern. Die Berufsgenossenschaften nutzen die Chance, auf steigende Ausgaben im Leistungsbereich branchenspezifisch mit gezielter und praxisnaher Prävention zu reagieren. "Wenn es um mehr Qualität und weniger Kosten geht, stehen wir in der ersten Reihe", betonte er. "Wir werden Zukunftsprobleme mutig, entschlossen und auch BG-übergreifend anpacken, um Kostenmanagement und sozialen Auftrag in Einklang zu bringen."
Heidelberg, Mai 1999
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