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BG Chemie: Mit Kooperationen gegen arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren
Gefährdungen der Gesundheit in den Betrieben können nur effektiv bekämpft werden, wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten: Unternehmer, Beschäftigte, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft. Anlässlich der Technischen Jahreskonferenz der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) am 19./20. Mai 1998 in Prien brachte Hauptgeschäftsführer Dr. Erwin Radek die Strategie, die die BG Chemie zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren verfolgt, auf diesen Nenner. Die Technische Jahreskonferenz ist ein von der BG Chemie initiiertes Forum, in dem jährlich rund hundert Arbeitsschutzexperten aus Unternehmen, Behörden, Fachgremien und Berufsgenossenschaft aktuelle Arbeitsschutzfragen erörtern.
Radek verwies auf das gemeinsame Positionspapier, das die BG Chemie zusammen mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) vereinbart hat, um gemeinsam arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden. In dem Positionspapier sind unter anderem Kooperationen mit Betriebskrankenkassen vorgesehen.
Nach Überzeugung der Partner des gemeinsamen Positionspapiers verlangt eine zeitgemässe Prävention ein erweitertes Arbeitsschutz-Verständnis, das auf die Verringerung des allgemeinen Krankenstandes abzielt. Bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Muskel-Skelett-Systems und des Atmungssystems können arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren eine wesentliche Rolle spielen.
Inzwischen hat die BG Chemie mit verschiedenen Betriebskrankenkassen Kooperationsvereinbarungen vorbereitet und zum Teil schon abgeschlossen. Mit eingebunden in die Vereinbarungen ist die Unternehmensleitung. Vorgesehen ist, dass die Betriebskrankenkassen Gesundheitsberichte zum betrieblichen Erkrankungsgeschehen erstellen und die Moderation von Gesundheitszirkeln übernehmen. Ein in den Unternehmen eingerichteter Arbeitskreis "Gesundheit" diskutiert die daraus gewonnenen Erkenntnisse ebenso wie die Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen und die Daten der BG Chemie, um den Handlungsbedarf für präventive Massnahmen festzustellen. Die Personalabteilung, der Betriebsrat sowie die Abteilungen der Arbeitsmedizin und der Arbeitssicherheit sind daran beteiligt. Die BG Chemie steht den Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der Präventionsmassnahmen beratend und unterstützend zur Seite.
Ausführlich gingen die Experten der TJK in Vorträgen und Diskussion ausserdem ein auf Arbeitsschutzaspekte der betrieblichen Praxis und auf Erkenntnisse, die sie aus Störungen im Betrieb gewonnen hatten. Verhaltensbezogene Schutzmassnahmen und der sichere Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen standen hier im Vordergrund.
Heidelberg/Prien, Mai 1998
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