Ein erfolgreicher Weg: 50 Jahre paritätische Selbstverwaltung in der gesetzlichen Unfallversicherung
Wichtige Kooperationsvorhaben und ein Rückblick auf 50 Jahre paritätische Selbstverwaltung waren die zentralen Themen der Vertreterversammlung der BG Chemie am 3. Juli 2003.
Dr. Werner Opgenoorth, Vorsitzender der Vorstands der BG Chemie, nahm das Jubiläum zum Anlass, ein Resümee über 50 Jahre paritätische Selbstverwaltung zu ziehen. Die außerordentlich positiven Erfahrungen mit der Zusammenarbeit der Sozialpartner in den Gremien der BG Chemie bestätigen das Bekenntnis des Gesetzgebers zu einem gleichberechtigten Zusammenwirken von Arbeitgeber- und Versichertenvertretern. Sein Dank ging an die Mitglieder von Vertreterversammlung und Vorstand der BG Chemie für die langjährige konstruktive und innovative Arbeit, in deren Mittelpunkt stets die Interessen der Mitgliedsbetriebe und der Versicherten standen.
Vor 50 Jahren kamen auf 1.000 Vollarbeiter noch rund 86 meldepflichtige Unfälle. Im Jahr 2002 lag die Unfallhäufigkeit erheblich niedriger: Sie betrug nur noch 18,75 Unfälle je 1.000 Vollarbeiter und hat damit in den vergangenen 50 Jahren um beinahe 80 Prozent abgenommen. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist um fast 90 Prozent gesunken.
Dr. Erwin Radek, Hauptgeschäftsführer der BG Chemie, informierte über Projekte, die die BG Chemie zur Förderung der Wirtschaftlichkeit der berufsgenossenschaftlichen Arbeit Anfang 2003 startete. So baut die BG Chemie zurzeit gemeinsam mit der BG Feinmechanik und Elektrotechnik (BGFE) und der Unfallkasse Hessen (UKH) eine Kosten- und Leistungsrechnung auf. Dies gibt den beteiligten Partnern die Möglichkeit zu vergleichen, welche Kosten mit definierten Dienstleistungen verbunden sind. So kann beispielsweise beziffert werden, was die Dienstleistung "Betreuung eines Unfallverletzten mit der Unfallart x" kostet.
Ziel ist es, vom jeweils Besten zu lernen und die eigenen Arbeitsverfahren weiter zu optimieren. Durch eine konsequente Effizienzsteigerung erwartet die BG Chemie eine weitere finanzielle Entlastung der Wirtschaft. Weitere Kooperationen bestehen in den Bereichen "Weiterbildung der Mitarbeiter" und "EDV".
Dr. Jürgen Kutscher, Leiter des Bereichs Prävention der BG Chemie, informierte die Mitglieder der Vertreterversammlung über die auf eine Verringerung der Normen abzielende Neuordnung des berufsgenossenschaftlichen Vorschriften- und Regelwerks, über aktuelle Entwicklungen im Gefahrstoffrecht und über die branchenbezogene Umsetzung der Aktion "Sicherer Auftritt" bei der BG Chemie.
Die Auftaktveranstaltung zur Präventionskampagne der BG Chemie "AKTION: SICHERER AUFTRITT"- WIR GEHN MIT! fand am 23. Mai im Rahmen der ACHEMA 2003 in Frankfurt/Main statt.
Ziel der BG Chemie ist es, mit dieser Aktion weitere Impulse in ihren Mitgliedsunternehmen zu setzen und einen Rückgang der Unfälle durch Stolpern, Rutschen oder Stürzen um 15 Prozent in den nächsten beiden Jahren zu erreichen.
Dr. Volker Wittneben, Leitender Technischer Aufsichtsbeamter der Bezirksverwaltung Heidelberg, stellte der Vertreterversammlung die in Kooperation mit der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erstellte neue CD-ROM "Explosionen" vor. Das Programm visualisiert, wie es zu Explosionen kommt und mit welchen Maßnahmen diese Explosionen verhindert werden können.
Ihr Ansprechpartner: Doris Keller
Telefon: 06221 523 543
E-Mail: dkeller@bgchemie.de
Rückblick
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 17. November 1881 | Begründung der gesetzlichen Unfallversicherung durch die "Kaiserliche Botschaft" |
| 11. September 1885 | Erste ordentliche Genossenschaftsversammlung der BG Chemie in Heidelberg |
| 19. Januar 1911 | Verabschiedung der Reichsversicherungsordnung, in der die gesetzlichen Bestimmungen für die Unfallversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung in einem Gesetzbuch zusammengefasst wurden |
| 1925 | Einbeziehung des Wegeunfall- und Berufskrankheiten - Risikos in die Gesetzliche Unfallversicherung |
| 5. Juli 1934 | Abschaffung der Selbstverwaltung zugunsten eines staatlich bestellten Leiters im Sinne des nationalsozialistischen Führerprinzips |
| 22. Februar 1951 | Einführung der paritätischen Besetzung mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern mit dem "Gesetz über die Selbstverwaltung und über die Änderung von Vorschriften auf dem Gebiet der Sozialversicherungsordnung" |
| 2. Juni 1953 | 1. paritätisch besetzte Vertreterversammlung der BG Chemie |
| 1. Januar 1991 | Erstreckung der Zuständigkeit der BG Chemie auf die neuen Bundesländer aufgrund der Wiedervereinigung |
| 1. Januar 1997 | Erweiterung des berufsgenossenschaftlichen Aufgabenbereichs auf die Prävention arbeitsbedingter Gesundheits-gefahren |
Weitere Informationen zur Geschichte in Internet unter:
http://www.hvbg.de/d/pages/leistung/grund/histo.htm
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